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Geschichte des Frauenfußballs
Ähnlich wie beim Männerfußball liegt der Grundstein der Entstehung in England. Dort schlossen sich Ende des 19. Jahrhunderts die ersten jungen Frauen zusammen. Eine der bedeutendsten dieser Frauen war Nettie Honeyball, die im Jahr 1894 die erste Frauenfußballmannschaft mit dem Namen „British Ladies" gründete. Schon ein Jahr später zog ihr erstes Spiel 10.000 Besucher an, die weniger an der sportlichen Seite interessiert waren, sondern eher an der Spielkleidung der Frauen. Somit veranstalteten einige Organisatoren weitere Spiele und erhofften sich hohe Einnahmen. Doch schon 1902 verbot der englische Fußballverband seinen Vereinen, solche Spiele auszutragen, da dieser Sport in seinen Augen zu rauh und zu männlich war. Aber schon im ersten Weltkrieg, als die Männer durch große Verluste in den Fabriken rar wurden, konnten die Frauen im Fußball wieder Einzug feiern. 1921 erlangte der englische Frauenfußball seinen vorläufigen Gipfel; die English Ladies Football Association (FA) wurde gegründet, nachdem sich 150 Vereine organisiert hatten. Sogleich begann die Talfahrt, begünstigt u.a. durch Gerüchte, Spielerinnen würden sich an den Einnahmen bereichern. Die FA entfernte sich vom Frauenfußball. Wollten Frauenmannschaften Spiele oder Trainingseinheiten durchführen, brauchten sie die deren Genehmigung. Schließlich wurden am 10.10.1921 der Frauenfußball und jegliche Unterstützung dessen durch den Verein verboten. Fußball sei ungeeignet für Frauen.
In Deutschland feierte der Frauenfußball mit dem ersten Weltkrieg Einzug in die Sportwelt. Allerdings gründete sich die erste deutsche Frauenmannschaft erst 1930 in Frankfurt. Doch nur wenige Spiele, die auch gegen Männermannschaften und unter Protesten durchgeführt wurden, brachten das Frauenteam schon ein Jahr später zur Auflösung. Die Frankfurterinnen wurden als „Emanzen" und „Mannsweiber" bezeichnet. In der Nazizeit sollten die Frauen „Hausmütter" sein. Förderung konnte deshalb nicht erwartet werden, da die sportliche Ertüchtigung nur als sinnvoll angesehen wurde, wenn sie der Steigerung der Wehrmacht galt.
Durch „Das Wunder von Bern" 1954 fand der Frauenfußball in Deutschland wieder Anerkennung und erheblichen Zulauf. Nach englischem Vorbild erklärte jedoch auch der DFB seine Ablehnung gegenüber dem Frauenfußball und verbot seinen Vereinen, den Frauen ihre Sportplätze zum Trainings- und Spielbetrieb zur Verfügung zu stellen. Der DFB stützte sich auf Argumente der Medizin - Frauen bekämen X- Beine vom Fußball und würden somit eingeschränkt spielfähig. Die Gebärfähigkeit würde eingeschränkt und durch Buytendijk wurden weitere wissenschaftliche Fakten eingebracht. Allerdings widersetzten sich immer mehr Frauenmannschaften vor allem in West- und Süddeutschland diesem Verbot. Schon 1958 wurde ein Länderspiel zwischen Deutschland und Niederlande durchgeführt; 1963 wurden im Niedersächsischen Sportverband 19 Frauen ausgebildet, um Fußball zu unterrichten. Durch die Studentenbewegung und die Emanzipation wurde das Interesse der Frauen am Fußball gesteigert. So kam es, dass sich 1968 die erste offizielle Frauenfußballmannschaft der Nachkriegszeit mit dem Namen „Spielgemeinschaft Oberst Schiel" gründete.
1970 wurde in Italien die erste offizielle Frauenfußball-Weltmeisterschaft bestritten. Deutschland war durch eine Mannschaft aus Bad Neuenahr/Illertissen vertreten. Das Medieninteresse schoss in die Höhe und doch wurden die Spielerinnen belächelt. Der Druck auf den DFB wurde enorm und er reagierte, indem er das Verbot aufhob. Nun entwickelten sich sogar in kleinen Vereinen Frauen-Teams. 1971 bestehen 1100 und 1982 schon 2891 fußballbegeisterte Frauen- Teams. In der Saison 1993/94 wird das 90-minütige Spiel eingeführt. Seit 1980 finden die DFB- Pokal-Endspiele der Männer und Frauen nacheinander im Berliner Olympiastadion im Rahmen einer Doppelveranstaltung statt. Spezielle Zeitschriften für Frauenfußball erschienen und werden mangelnden Absatzes vom Markt genommen. Heute gibt es „Die Elf", die 14 -tägig erscheint und viele andere Fußballzeitschriften.
Anja Liebmann
tdcms
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